Deutsche Ökoindustrie wächst rasantDIE ZEIT, September 18, 2008
 

Die Umweltindustrie hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Zu diesem Ergebnis kommen die beiden Wissenschaftler Martin Jänicke und Robert Zieschank von der Forschungsstelle für Umweltpolitik an der Freien Universität Berlin.

 

Allein im Bereich Klimaschutz seien im Jahr 2005 Investitionen getätigt worden, deren Höhe fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspräche. Insgesamt wachse die deutsche Ökoindustrie mit etwa acht Prozent pro Jahr.

 

In ihrer Studie, die von der Deutsch-Britischen Stiftung in Berlin finanziell gefördert wurde, haben die beiden Wissenschaftler auch ermittelt, dass der Bereich Ressourcenschonung derzeit besonders stark wächst. Dabei geht es unter anderem um den möglichst effizienten Einsatz von Energie und Rohstoffen. Demgegenüber stagniere die Nachfrage nach Technologien, die der Beseitigung von Umweltschäden dienen wie beispielsweise Filter für Abgasanlagen.

 

Als besonders einflussreich bewerten die Forscher die Rolle der Politik. In der Vergangenheit hätten Maßnahmen wie die Ökosteuer oder die finanzielle Förderung der Sanierung von Altbauten maßgeblich zur Weiterentwicklung der heimischen Umweltindustrie beigetragen. Jänicke zufolge wirke sich das positiv auf "Beschäftigungseffekte, Innovationen und Exportvorteile der deutschen Wirtschaft" aus.

 

© DIE ZEIT, 18.09.2008 Nr. 39