Elternzeit verbessert nicht die Entwicklung von KindernDer Tagesspiegel, 21. Juli 2008 
 
London - Wenn Mutter oder Vater nach der Geburt länger zu Hause bleiben, hat dies keinen Einfluss auf die schulische und berufliche Entwicklung der Kinder. Dies ergab eine Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit und der Deutsch-Britischen Stiftung. Christian Dustmann und Uta Schönberg vom University College London untersuchten drei Reformen der Elternzeit in Deutschland. Demnach beeinflussten weder die Verlängerung 1979 von zwei auf sechs, die von 1986 von sechs auf zehn noch die Ausweitung des unbezahlten Mutterschutzes 1992 von 18 auf 32 Monate Schulwahl, Löhne und spätere Beschäftigung der Kinder. „Diese langfristigen Entwicklungen der Kinder wurden aber fast immer als Begründungen herangezogen.“ Die Wissenschaftler untersuchten, ob die Verlängerungen in Anspruch genommen wurden, und verglichen dann den Werdegang der Kinder. Zwar kehrten Mütter später in den Beruf zurück. Auf die schulische Entwicklung ihrer Kinder habe sich das nicht ausgewirkt. „Unter dem Gesichtspunkt der langfristigen Erfolgschancen von Kindern spricht wenig dafür, in Deutschland eine weitere Ausdehnung der Elternzeit anzustreben“, sagt Dustmann. ctr

 

 

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 21.07.2008)

 

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