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Pressemitteilung
 
22. Februar 2009
 

Klimasteuer:
Hilft der Umwelt,
schadet der Wirtschaft nicht

 
Volkswirtschaftler sehen in CO2-Abgabe kostenneutrales
Instrument zur Sicherung von Arbeitsplätzen
 

Wissenschaftler der London School of Economics (LSE) sind in einer von der Deutsch-Britischen Stiftung geförderten Untersuchung zu dem Schluss gekommen, dass eine Besteuerung des Kohlendioxid-Ausstoßes die Luftverschmutzung verringern kann, ohne Unternehmen zu schaden. Ergebnisse der Studie stellt der in London arbeitende deutsche Volkswirtschaftler Ralf Martin am 25. Februar in Berlin vor.
 

Regierungen und Politiker äußern sich gerne besorgt über die Folgen des Klimawandels, sind aber in den wenigsten Fällen erfolgreich bei der Durchsetzung nachhaltiger Lösungen. Bei der Untersuchung politischer Strategien, mit denen sich Treibhausgase wirksam verringern lassen, können sich Forscher daher weniger auf tatsächliche politische Maßnahmen stützen, sondern sind in der Regel auf die Simulierung ökonomischer Modelle angewiesen. Zu den Ausnahmen gehört die Einführung der Klimaschutzabgabe vor acht Jahren in Großbritannien, mit der die Besteuerung des Energieverbrauchs durch Industrieunternehmen ergänzt wurde.
 
Die Auswirkungen der Klimaschutzabgabe auf einzelne Unternehmen hat nun ein Forscherteam des Centre for Economic Performance an der LSE unter Leitung des Volkswirtschaftlers Ralf Martin mit Hilfe von Daten von mehr als 10.000 Firmen eingehend untersucht. Ergebnis: Die Klimaschutzabgabe, die im Durchschnitt 20 britischen Pfund pro Tonne Kohlendioxidausstoß entspricht, ist unmittelbar verantwortlich für eine Reduzierung des Stromverbrauchs um 10 bis 20 Prozent in den untersuchten Produktionsbetrieben.
 
Untersucht haben die Wirtschaftswissenschaftler auch mögliche Auswirkungen der Klimaschutzabgabe auf Beschäftigung und Produktivität. Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Wirtschaftlichkeit von Unternehmen fand das Forscherteam nicht. Das Ergebnis fasst Ralf Martin mit den Worten zusammen: „Die CO2-Abgabe ist gut für die Umwelt und tut der Wirtschaft nicht weh.“ Eine Erhöhung der Klimaschutzabgabe bei gleichzeitiger Senkung der Steuern auf Löhne und Beschäftigung würde der Forscher für ein geeignetes politisches Instrument halten, um die Wirtschaft gerade jetzt in der Finanzkrise anzukurbeln, weil auf diese Weise ohne zusätzliche Staatverschuldung Arbeitsplätze gesichert werden könnten.
 
Wichtige Ergebnisse der von ihm geleiteten Untersuchung stellt Ralf Martin am Mittwoch, 25. Februar, um 12 Uhr bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Deutsch-Britischen Stiftung und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vor.
 

Informationen über die Veranstaltung (Anmeldung erforderlich) in den Räumen des DIW finden Sie hier
 
Einen Blog von Ralf Martin zum Thema finden Sie hier
 
Eine Zusammenfassung der Studie finden Sie hier
 
Die ausführliche Studie - die in Kürze als CEP Discussion Paper erscheinen wird - kann beim Autor angefragt werden (siehe Kontaktdaten von Ralf Martin unten).
 

Für inhaltliche Fragen wenden Sie sich an:
Dr. Ralf Martin
Centre for Economic Performance
London School of Economics
Houghton Street
London

 
Telefon: +44 (0) 20 7955 6975
Mobil: +44 (0)796 722 3812
Email:
[email protected]
 
Ansprechpartner für Medien bei der Deutsch-Britischen Stiftung:
Winfried Konrad
Media Relations
Deutsch-Britische Stiftung
Anna-Louisa-Karsch-Str. 2
10178 Berlin

 
Telefon: +49 (0)30 2063 4985
Email:
[email protected]
 

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Zur Person:
Dr. Ralf Martin ist Wirtschaftswissenschaftler und arbeitet als Postdoctoral Research Fellow der British Academy am Centre for Economic Performance und dem Grantham Institute für die Erforschung des Klimawandels an der London School of Economics. Er erforscht Faktoren, die unternehmerisches Verhalten und deren wirtschaftlichen Erfolg beeinflussen. Derzeit ist sein Hauptinteresse, welche Faktoren den Austoss von Treibhausgasen durch Wirtschafts Unternehmen beinflussen und wie Unternehmen auf Klimapolitik reagieren.
 

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Please note:
The Anglo-German Foundation supported Ralf Martin’s research based on its initiative 'creating sustainable growth in europe (csge)'. For more information please see
http://www.agf.org.uk